Beschreibung der Studie

Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule treten weltweit in allen Bevölkerungsgruppen sehr häufig auf. Derartige Schmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerdebildern in der muskuloskelettalen Medizin. Eine korrekte Diagnose der zugrundeliegenden Ursache der Schmerzen bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Therapie. Als Ursachen für Rückenschmerzen kommen u.a. die Bandscheibe und die Facettengelenke (kleine Wirbelbogengelenke) in Frage. Momentan gibt es keinen zuverlässigen, nicht-invasiven Test in der klinischen Diagnostik von schmerzhaften Facettengelenken an der Lendenwirbelsäule. Klinische Tests mit einer hohen diagnostischen Genauigkeit für diese Gelenke sind deshalb erwünscht. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es herauszufinden, ob drei Untersucher zum gleichen Ergebnis kommen, wenn sie ein und dieselben Tests für die kleinen Wirbelbogengelenke an der Lendenwirbelsäule an denselben Patienten anwenden. Die Tests zielen darauf eine bekannte Schmerzsymptomatik zu reproduzieren. Davon ausgehend wird dann auf bestimmte Strukturen der Lendenwirbelsäule rückgeschlossen. Wie ist der Ablauf der Studie? Am Beginn der Studie stehen eine ärztliche Untersuchung und das Informationsgespräch. Es erfolgt die zufällige Zuordnung zu den drei Testern, die Sie untersuchen werden. Der Erste dieser drei Tester wird Sie nach einem festgelegten Schema zu ihrer aktuellen Hauptproblematik (z.B. Schmerz im Bereich des unteren Rückens) befragen. Er wird Sie bitten die folgenden einfachen Tests aktiv im Stehen auszuführen: mit den Fingern in Richtung Boden greifen, rechts und links seitwärts neigen sowie nach hinten durchstrecken. Alle drei Tester werden im Anschluss an diese Basisuntersuchung spezialisierte Tests für die Facettengelenke Ihrer Lendenwirbelsäule ausführen. Sie werden gebeten, auf einer Liege Platz zu nehmen. Der untersuchende Physiotherapeut wird Sie dann von der Seite an beiden Schultern anfassen. Er wird Ihre Lendenwirbelsäule passiv in Beugung, Streckung, Seitwärtsneigung und Drehung bewegen. Des Weiteren werden Sie gebeten am Bauch zu liegen. Der Physiotherapeut wird Sie von hinten am Becken anfassen und je eine Beckenseite leicht hochheben. Sie haben während eines jeden Schrittes die Möglichkeit den Untersuchungsgang zu unterbrechen oder zu beenden. Diese Tests zielen darauf ab, die Ursache für Ihre aktuellen Schmerzen festzustellen. Es ergeben sich also insgesamt eine Basistestung der Lendenwirbelsäule sowie drei spezialisierte Untersuchungen für Ihre Facettengelenke. Diese Testungen erstrecken sich über einen Zeitraum von ca. 2 Stunden. Weiters erhebt der Arzt Ihre studienrelevante Krankengeschichte. Es werden im Rahmen der Studie keine invasiven Untersuchungen, wie Blutabnahme oder Röntgen, durchgeführt. Es ist möglich, dass Patienten durch die Teilnahme an dieser klinischen Studie keinen direkten Nutzen für ihre Gesundheit ziehen. Da Patienten allerdings von drei sehr erfahrenen Physiotherapeuten untersucht werden, kann es sein, dass sie relevante Details zu den Ursachen für ihre momentanen Hauptbeschwerden erfahren. Es könnte sein, dass die Ergebnisse dieser Studie zukünftig die Diagnosestellung für Patienten mit ähnlichen Beschwerden, wie sie die Studienautoren momentan erleben, erleichtert. Insbesondere könnte es sein, dass weniger invasive Testungen mittels Injektionen für zukünftige Patienten notwendig sind.

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Studiendetails

Studienziel Der primäre Endpunkt ist die Inter-Tester Reliabilität der applizierten Tests. Die Datenerhebung erfolgt mittels eines eigens angefertigten Testbogens (case report form), den jeder Tester unabhängig von den anderen Testern nach jeder einzelnen Testung auszufüllen hat. Die Inter-Tester Reliabilität wird nach Abschluss der Erhebung aller Daten mittels SPSS (Version 23, IBM Corp., Armonk, N.Y., USA) berechnet. Die Inter-Tester Reliabilität wird mittels der Berechnung der Fleiss´ Kappa Werte für drei Rater/Tester und mittels prozentueller Übereinstimmung zwischen den drei Testern bestimmt.
Status Rekrutierung abgeschlossen, follow up abgeschlossen
Zahl teilnehmender Patienten 40
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Orthopädisches Spital Speising

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • In die Studie werden Patienten eingeschlossen, die Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule haben, mit oder ohne Ausstrahlung in Gesäß oder Bein; männliche und weibliche Patienten; Patienten, die Deutsch sprechen; Patienten, die die Patienteninformation gelesen, verstanden und unterschrieben haben und die vorzugsweise älter als 50 Jahre sind, maximal aber 90 Jahre.

Ausschlusskriterien

  • Patienten werden nicht in die Studie eingeschlossen, wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte zutrifft:
  • Vorliegen einer zentralneurologischen Erkrankung (z.B. Morbus Parkinson, Schlaganfall);
  • Vorliegen von red flags - sogenannte gefährliche Erkrankungen (z.B. Knochenbruch, Tumore, Sacroiliitis, Entzündung der Bandscheibe);
  • Diskektomie in den vergangenen 12 Monaten;
  • Fusionsoperation an der Lendenwirbelsäule;
  • Akute radikuläre Symptome, die dem einschließenden Arzt offensichtlich sind;
  • bestimmte Infiltrationen an der Lendenwirbelsäule in den vergangenen drei Monaten (interventionelle Verfahren für Bandscheibe, Sakroiliakalgelenk oder ZAG);
  • Patienten mit psychiatrische Erkrankungen, die mit Denkstörungen assoziiert sind;
  • Patienten, die aktuell in einen Rechtsstreit involviert sind, der ihren Rückenschmerz betrifft;
  • Nichtbereitschaft zur Teilnahme

Adressen und Kontakt

An dieser Studie können Sie leider nicht mehr teilnehmen. Hier finden Sieaktuelle Rückenschmerzen-Studien.

Häufig gestellte Fragen

In unserem übersichtlichen Ratgeber finden Sie alle Antworten zu Fragen über klinische Studien.

Ratgeber öffnen

Einleitung: Lumbaler Rückenschmerz (LRS) zählt mit einer Lebenszeitprävalenz von 60 bis 84% zu den häufigsten Beschwerdebildern in der muskuloskelettalen Medizin. Eine korrekte Diagnose der zugrundeliegenden Ursache bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Therapie des LRS. Aktuell gibt es keinen validen, nicht-invasiven Test in der klinischen Diagnostik von schmerzhaften, lumbalen Zygapophysealgelenken (ZAGs). Klinische Tests mit einer hohen diagnostischen Genauigkeit sind deshalb erwünscht. Zielsetzung: Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Bestimmung der Intertester-Reliabilität von neuen klinischen Schmerzprovokationstests in der Diagnostik von lumbalen ZAGs. Die Bestimmung der Intertester-Reliabilität dieser neuen Tests erfolgt auf der Grundlage der Annahme, dass Reliabilität eine notwendige, aber keineswegs hinreichende Voraussetzung ist für die Validität eines Tests. Methoden: Die Patienten wurden im Zeitraum zwischen Juni 2015 und September 2016 über eine orthopädische Spezialklinik in Wien rekrutiert. Eingeschlossen wurden Patienten, bei denen die Diagnose eines mechanisch beeinflussbaren LRS wahrscheinlich war. Ausgeschlossen wurden insbesondere Patienten mit bekannten radikulären Symptomen sowie Patienten mit red flags. Die Patienten wurden von drei zertifizierten Manualtherapeuten unabhängig voneinander untersucht. Berechnet wurden Fleiss´ Kappa Werte sowie die Übereinstimmung der Tester in Prozent. Das Studienprotokoll wurde von der Ethikkommission der Stadt Wien genehmigt (EK-087-0515).

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