Beschreibung der Studie

Menschen besitzen pro Kniegelenk zwei Kreuzbänder: ein vorderes Kreuzband und ein hinteres Kreuzband. Der Zweck der vorliegenden klinischen Studie ist es, einen neuen Test – den sogenannten Latero-Anterioren Schubladentest – für die Diagnostik eines Risses des hinteren Kreuzbandes zu untersuchen. Das hintere Kreuzband ist einer der wichtigsten Stabilisatoren im Kniegelenk. Eine Verletzung des hinteren Kreuzbandes wird allerdings oft übersehen oder fehldiagnostiziert. Dies liegt daran, dass die derzeit üblichen klinischen Untersuchungsmethoden (Posterior Sag Sign, Hinterer Schubladentest und Quadrizeps Active Test) keine ausreichende Verlässlichkeit und Genauigkeit besitzen. Die Folge einer unerkannten Verletzung des hinteren Kreuzbandes ist eine Instabilität des Kniegelenks. Hierdurch kommt es mit der Zeit zu einer übermäßigen Belastung des Knorpels im Kniegelenk und hinter der Kniescheibe. Die Betroffenen werden dadurch oft sehr früh mit Gelenkverschleiß konfrontiert. Um Patienten vor früh im Leben auftretendem Gelenkverschleiß zu bewahren, ist es wichtig, klinische Tests anzuwenden, mit deren Hilfe ein Arzt oder ein Physiotherapeut zuverlässig feststellen kann, ob das hintere Kreuzband gerissen ist oder nicht. Dies ist wichtig, um die richtige Weiterbehandlung einzuleiten. Der Latero-Anteriore Schubladentest ist ein klinischer Test für die Untersuchung des hinteren Kreuzbandes. Dieser Test ist von seiner Ausführung her anders als die bisher bekannten klinischen Untersuchungsmethoden. Er könnte dadurch besser geeignet sein als die bisher angewendeten klinischen Tests, um Risse des hinteren Kreuzbandes zu erkennen. Die Ziele dieser Studie können wie folgt zusammengefasst werden: 1. Feststellung, ob ein Untersucher bei Anwendung des Latero-Anterioren Schubladentests in der Lage ist, einen Riss des hinteren Kreuzbands verlässlich zu diagnostizieren. 2. Feststellung, ob die Erfahrung des Untersuchers im Umgang mit dem Latero-Anterioren Schubladentest eine Rolle spielt in der Diagnosefindung

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Studiendetails

Studienziel Die beiden primären Endpunkte sind 1.) die Inter-Rater-Reliabilität (Fleiss´Kappa) und 2.) die Intra-Rater-Reliabilität (Fleiss´Kappa) des neuen klinischen Tests. Die Datenerhebung erfolgt mittels eines eigens angefertigten standardisierten Testbogens (case report form), den jeder Untersucher unabhängig von den anderen Untersuchern unmittelbar nach jeder einzelnen Testung auszufüllen hat. Die Reliabilität wird nach Abschluss der Erhebung aller Daten mittels SPSS (Version 23, IBM Corp., Armonk, N.Y., USA) berechnet. Die Reliabilität wird mittels der Berechnung der Fleiss´ Kappa Werte für drei Rater/Untersucher und mittels prozentueller Übereinstimmung zwischen den drei Untersuchern bestimmt.
Status Teilnahme bald möglich
Studienphase 2
Zahl teilnehmender Patienten 30
Stationärer Aufenthalt Keiner
Studientyp Interventionell
Finanzierungsquelle Orthopädisches Spital Speising

Kostet die Teilnahme Geld?

Alle während der Studie durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen sind für Sie kostenfrei.

Teilnahme­voraussetzungen

Einschlusskriterien

  • Alter ≥ 18 Jahre;
  • Unilaterale akute oder chronische HKB-Ruptur* (nachgewiesen im MRT vor der Studie).
  • Männer und Frauen
  • Unterschriebene schriftliche Einverständniserklärung;
  • Erstmalige HKB-Ruptur
  • In diesem Zusammenhang wird akut definiert als < 3 Monaten seit der Initialverletzung/ traumatischen Inzidenz, wohingegen chronisch als > 3 Monaten seit der Initialverletzung /traumatischen Inzidenz definiert ist)

Ausschlusskriterien

  • Personen, die nicht in der Lage sind, geschriebenes und/oder gesprochenes Deutsch zu verstehen;
  • Vorhandensein von Knietotalendoprothesen;
  • Vorangegangene Operationen des vorderen oder hinteren Kreuzbandes an einem oder beiden Knien;
  • Schlaganfall oder andere neurologische Zustände, welche die Funktion der unteren Extremitäten beeinträchtigen (z.B. Spastizität);
  • Jegliche Einschränkung der Gelenke der unteren Extremität, durch die die, für die Testausführung benötigte Knieposition von 90° Flexion nicht erreicht werden kann.
  • Personen, die nicht auf dem Rücken liegen können.
  • Schwangere Personen

Adressen und Kontakt

Orthopädisches Spital Speising, Speisender Straße 109, 1130 Wien, Österreich, Wien

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Häufig gestellte Fragen

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Ratgeber öffnen

Verglichen mit den Rupturen des vorderen Kreuzbandes (VKB) wurden Verletzungen des HKBs in den letzten Jahrzehnten oft bagatellisiert. Dies geschah sehr wahrscheinlich aufgrund eines schlechten Verständnisses für die Komplexität des HKBs, dessen genauer Aufgabe und einer Unterschätzung der Prävalenz und Inzidenz von HKB-Rupturen. Da heutzutage das HKB mehr und mehr als essentieller Kniestabilisator betrachtet wird, rückt die Bedeutung einer suffizienten klinischen Diagnostik in den Vordergrund. Allerdings wird eine HKB-Ruptur auf Grund der oftmals milden Symptomatik in der akuten Phase der Verletzung nach wie vor häufig übersehen oder verspätet diagnostiziert. In der klinischen Untersuchung werden üblicherweise drei Tests für die Beurteilung der Integrität des HKBs verwendet: (1) das Gravity sign, (2) der hintere Schubladentest und (3) der Quadriceps active test. Allerdings sind diese Tests oft nicht in der Lage, Rupturen des HKBs ausreichend akkurat zu erkennen. Daher besteht die Notwendigkeit zur Etablierung von präziseren klinischen HKB-Tests. Der LAS Test, eine Adaption des lateral shear test von Dr. James Cyriax, wurde als manuell durchgeführte Testalternative 1992 von Dos Winkel vorgestellt. Die Testrichtung nach lateral und anterior hat zum Ziel, die vorhandenen Schwächen der o.g. etablierten klinischen Tests zu umgehen. Beim LAS Test liegt der Patient in Rückenlage und das Knie ist in 90° Flexion positioniert. In dieser Stellung ist das HKB nahezu senkrecht zum Tibiaplateau ausgerichtet. Dadurch ist es in der Lage, eine Lateralbewegung der Tibia gegenüber dem Femur zu limitieren. Aufgrund der anatomischen Lage der Eminentia intercondylaris appliziert der Untersucher bei Durchführung des LAS Tests die Kraft von medial-posterior nach lateral-anterior, in Richtung des Tuberculum Gerdyi. In einer Präparatstudie wurden kürzlich sowohl die Konstrukt- als auch die Übereinstimmungsvalidität des LAS Tests untersucht, wobei festgestellt wurde, dass der Test eine valide Beurteilung der Identifizierung der HKB-Integrität darstellt. Ob der LAS Test allerdings HKB-Rupturen auch in vivo ausreichend exakt erkennt, und ob eine gute Inter- und Intra-Rater Reliabilität besteht, muss noch untersucht werden. Die zentrale Fragestellung der vorliegenden Studie ist also, ob der LAS Test eine klinisch relevante Intertesterreliabilität zeigt in vivo. Die Studie hat auch zwei Nebenfragestellungen: 1.) Zeigt der LAS Test eine klinisch signifikante Übereinstimmungsvalidität mit dem MRT, dem derzeitigen Referenzstandard in der Diagnostik der HKB-Ruptur? 2.) Gibt es einen Unterschied in der Testgenauigkeit in Abhängigkeit zur Berufserfahrung der Untersucher?

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